Mobbing

Leider sind sehr viele Leute mit dem Thema schon in Kontakt gekommen, ob auf der aktiven oder der passiven Seite. Teils war dies auch unbewusst und nur der passive Part hat dies bewusst registriert.

Was passiert da eigentlich?

Jemand verhält sich anders, sieht anders aus, o.Ä.

Kollegen, Nachbarn, wer auch immer bemerken dies und verhalten sich abweisend, lästern hinter dem Rücken der Person oder spielen scheinbar harmlose Streiche.

Während manche Leute sich daran nicht stören, bricht für andere eine Welt zusammen und sie verzweifeln. Genau da möchte ich ansetzen, da ich selbst in meiner Schulzeit gemobbt wurde.

Als ich in der Orientierungsstufe (Klasse 6) war, hatte ich stark zugenommen. Da ich mit einigen Klassenkameraden nicht so zurecht kam, hatte ich einen Kurs gewählt, in welchem niemand aus meiner Klasse war.

In dem Kurs war eine Gruppe von Jungen, die es schon an Tag 1 auf mich abgesehen hatten und mir den Spitznamen „Whopper“ gegeben haben. Dies machte mich traurig und wütend, ich hätte den Jungen am liebsten so richtig weh getan.

Nach einiger Zeit kam ich darüber hinweg und machte deutlich, dass sich jemand besser nicht mir mir anlegte. Obwohl ich allein gegen 4 Jungen war, hörten die Streiche auf, der Spitzname brachte mich zum Lachen. Kurze Zeit später kam einer der Jungen sogar auf mich zu und freundete sich mit mir an (kein weiterer Streich, wo immer wir uns über den Weg liefen, lachten wir gemeinsam und er hatte mich auch um Verzeihung für sein Verhalten gebeten).

Worauf ich hinaus will:

  • Niemand hat sich die Rolle des Opfers ausgesucht!
  • Niemand hat da selbst Schuld dran!
  • Die Täter sind meist selbst Opfer und brauchen Hilfe!
  • Das Opfer braucht genauso Hilfe, seinen Status los zu werden!

Wie soll das gehen?

Meiner Beobachtung nach strahlt das Mobbing Opfer unbewusst aus, dass es traurig/wehrlos/allein ist und lockt so unfreiwillig die Leute an, die eh schon große Probleme haben und ein Ventil dafür suchen.

Eine Lösung ist ein Gespräch mit dem Opfer um der Ursache auf den Grund zu gehen. Ganz wichtig ist die Steigerung des Selbstwert Gefühls / Egos, damit die Ausstrahlung sagt „Finger weg, ich bin alles andere als wehrlos“, dies kann auch mit Hypnose geschehen.

Die Täter müssen dann natürlich auch Hilfe bekommen. Das Gespräch muss mit der gleichen Ruhe und dem gleichen Einfühlungsvermögen wie mit dem Opfer erfolgen, da ansonsten die Täter „dicht machen“ und eine Veränderung unmöglich wird. Man muss aber mit Bestimmtheit auftreten und nicht selbst dabei wie ein potentielles Opfer auftreten (nicht bedrohend wirken, sondern Respekt entgegenbringen und dann auch Respekt bekommen) oder gar auf eventuelles Selbstmitleid des Täters hereinfallen und das Thema mit einer Verwarnung ruhen lassen.

Stichwort: Mit Respekt begegnen, Respekt bekommen und so eine Beziehung zu den Tätern aufbauen und weitere Schritte aufzeigen und darüber nachdenken lassen (nicht nur EINEN Weg).

Beispiele für Lösungen:

  • Opfer um Entschuldigung bitten (Minimum)
  • Möglichkeit anbieten, sich nützlich zu machen (Aufräumen, Nachhilfe geben, was auch immer derjenige gut kann!)
  • Geld wohltätig spenden

Auch wenn es schwer fällt: Niemand möchte mobben, weil das so toll ist, sondern weil er selbst Probleme hat, hilflos ist und genau deswegen jemanden als Ventil dafür sucht.

Warum uns so eine Betrachtungsweise schwer fällt? Weil wir von klein auf lernen, dass ein Täter bestraft werden muss. Wenn das funktionieren würde, dürfte es kaum Wiederholungstäter geben. Aussagen wie „Da müssen wir die Strafen verschlimmern, damit X aufhört!“ sind meiner Beobachtung nach Unfug und kommen von Leuten, die selbst Probleme haben und Hilfe benötigen!