Warum wir Veränderung so schwer erreichen

Was hält uns davon ab, ein positiver, rundum glücklicher Mensch voller Kraft und Widerstandsfähigkeit gegen alles, was so passieren kann, zu sein?

Hier eine vereinfachte Erklärung.

Unser Bewusstsein, mit welchem wir Dinge sehen, untersuchen können, usw. ist nicht der einzige „Teil“ in unserem Kopf. Daneben gibt es noch das Unterbewusstsein, in welchem unsere Ängste, Träume, Wünsche, Gefühle, usw. gespeichert sind.

Zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein arbeitet eine Instanz, die oft der „kritische Faktor“ genannt wird. Einen Vermittler / Filter, der streng darauf achtet, was ins Unterbewusstsein hinein und heraus kommen darf und bei „Gefahr“ enorme Energie aufbringt um eine bewusste Erinnerung an einen Angst-Auslöser zu verhindern.

Diese Instanz ist sehr mächtig und bildet sich irgendwann ab dem 6. Lebensjahr und soll uns beschützen. Das an sich wäre toll, wenn wir vorher alle Ängste, die für uns hinderlich sind, verarbeitet hätten. Eine Angst vor wilden Tieren, Gift, usw. macht Sinn.

Eine Angst davor zu sagen, was wir denken oder das wir den roten Pulli heute nicht tragen wollen, aber Mama ausrastet, wenn wir das sagen würden, gehört NICHT ins Unterbewusstsein. Darüber hinaus erleben wir schon als Baby oft Dinge, die wir falsch deuten und so eine Angst im Körper steckt, die von Eltern usw. unbemerkt bleibt oder uns gar als weinerlich brandmarkt, statt Mitgefühl und Neugierde auslöst, was denn da los sei. Mangels einem „gut gefüllten“ Unterbewusstsein bei Eltern usw. lösen wir mit Weinen meist nur Ärger und Wut aus und so beginnt früh eine Art Teufelskreis, der wenn überhaupt meist nur als Erwachsener endet. Wie das funktioniert, kommt später noch.

Nun sind wir also vielleicht 30 Jahre alt, haben unverarbeitete Altlasten in unserem Unterbewusstsein und nun? Wir leben irgendwie und haben meist auch irgendwie die Schule geschafft, auch wenn unser Bewusstsein durch Reize an unsere früh erworbenen Ängste immer wieder erinnert wird, der kritische Faktor eingreift und simple, beruhigende Erklärungen sucht und der Körper teils trotzdem verrückt spielt.

Wer kann sich sonst die unzähligen Magenbeschwerden, Schweißausbrüche und Rückenschmerzen bei Leuten erklären, die kein Gift gegessen, gerad in der Sauna sitzen oder eben keine 100 Kg dauernd heben müssen?

Je nachdem, wie wir aufgebaut sind, erfolgt die Reaktion auf die obigen Reize mehr oder minder heftig. Von einem unguten Gefühl bis Todesangst, die nicht weg geht oder chronische Krankheiten, die einfach nicht aufhören wollen, egal welcher Arzt welches Wundermittel verschreibt ist alles dabei. Und die Art und Weise, wie wir damit umgehen ist auch äußerst komplex. Manche Leute trinken Alkohol, andere kapseln sich ab oder legen sich ein „dickes Fell“ zu und fangen schnell Streit an um von den eigenen Ursachen abzulenken.

Ich bilde mir ein, dass auch Krebs, Autismus, Schizophrenie usw. dazu gehören, da der Körper immer heftigere Mittel und Wege sucht um unser Bewusstsein darauf hinzuweisen, dass da etwas noch unverarbeitet im Unterbewusstsein steckt.

Wir bekommen von Natur aus öfter mal Krebs, nur beseitigt unser Körper den Krebs frühzeitig und das auch sauber und zuverlässig, diese Fähigkeit ist uns eingebaut.

Das bedeutet nicht, dass Krebs immer problemlos heilbar ist, aber das man unter gewissen Umständen den Krebs gar nicht erst bekommt oder die Heilung wunderbar unterstützen kann (z.B. die Wundheilung nach einer OP).

Arno Gruen schrieb von der Auseinandersetzung mit dem eigenen Schmerz, den wir bewusst suchen müssen, damit wir wieder zu uns selbst finden, stark werden und auch andere wirklich empathisch wahrnehmen können.

Ich denke, das funktioniert nur sehr selten, ist aber enorm schmerzvoll und daher lohnt es nicht, Leute dazu bewegen zu wollen, das zu tun. Eventuell hat der ein oder andere Leser hier schon Erfahrung mit einer Therapie gemacht und kann mindestens ein Beispiel nennen, warum er nie wieder über seine Probleme mit einem Therapeuten reden möchte…

Was können wir aber tun, damit wir wirkliche Veränderung zum Positiven erreichen? Ist dies immer mit unerträglichem Schmerz verbunden? Wozu ist Schmerz da?

Dazu mehr im nächsten Beitrag…