Was wir tun können

In den letzten Beiträgen ging es darum, was so alles passiert und warum Dinge so sind, wie sie sind. Was kann man nun also für sich selbst (und damit auch seine Mitmenschen) tun?

Wir wissen, dass unser Bewusstsein uns mit großem Aufwand versucht vor der bitteren Erkenntnis zu bewahren, die wir meist in früher Kindheit erlangt haben. Dies kann so weit gehen, dass jemand jahrelang zerstörerisches Verhalten gegenüber sich oder anderen zeigt, auch wenn alle Freunde und Verwandte verzweifelt versuchen, ein Bewusstsein beim Betroffenen zu schaffen.

Was braucht es also, damit jemand eine neue Erkenntnis erlangt: „Ich muss etwas verändern!“ ?

Die Corona Zeit hat sehr vielen Menschen eine Menge Veränderung in kurzer Zeit abverlangt, Dinge, die jahrelang brach lagen mussten teils über Nacht verändert werden. Dies hat eine Menge Leid erzeugt, jedoch auch obsolete Regeln oder verkrustete Strukturen aufgebrochen und Wege frei gemacht, die nie für möglich gehalten wurden (im positiven, wie auch negativen).

Es braucht also auch eine Art „Leidensdruck“, damit dem Bewusstsein Dinge klar werden können und Ausreden irgendwann einfach nicht mehr ziehen.

Warum Druck? Druck wirbelt Dinge auf und erhöht die Chance, sich einer Sache bewusst zu werden. Was das ist, ist schwer vorhersagbar. Meiner Beobachtung nach ist das empathische Spiegeln des Mitmenschen sinnvoll, also „Du hast gerade x gemacht und du bist doch in Wirklichkeit ganz anders, nämlich y.“

Druck allein gibt es jeden Tag auf so unterschiedlichen Ebenen, meist stamm der Druck von extern. Du musst früh aufstehen, anziehen, in die Kita / zur Schule. Hier spielen Normen eine große Rolle (daher auch der Wahnsinn der Normalität von Arno Gruen).

Der „gesunde“ Druck von Innen ist in dem Trommelfeuer an externem Druck (der dann auch zu Disstress führt) mangelt es selten. Den internen Druck, ein „Ich will …“, der nicht einem verletzten Ego entspringt, sondern auf innerem Erleben und Empathie basiert, ist selten und unser Fokus liegt auf den Normen und dessen Einhaltung.

Als Ergebnis haben wir die Flucht ins Externe (Arbeit, Geld, Drogen, usw.) um darin Glück zu suchen und die Abkehr vom eigenen Innenleben, in welchem unser wirkliches Glück verborgen liegt.

Als Folge haben sich im Laufe der Jahrhunderte ausgefeilte Hierarchien gebildet. Menschen, die sich höher sehen als andere, weil Sie z.B. Geld haben und dennoch sterblich sind, bei Verletzung bluten. Sie haben die vermeintliche eigene Stärke zur Norm erklärt und auf Grund des weit verbreiteten Fokus aufs Externe finden sich entsprechend überall brav folgsame Anhänger, die bis zu einem gewissen Punkt alles tun, um der Norm oder Ihrem Erschaffer zu gefallen.

Was also lässt sich dagegen tun?

Da der Blick ins Innere weh tut und vermieden werden muss, braucht es:

  1. Das Bewusstsein für das Problem
  2. Den Wille, das Problem zu lösen
  3. Mittel, die die Ursache nachhaltig lösen

Mein Favorit ist und bleibt die Hypnose, genauer: Die Regression zur Ursache oder das Simpson Protokoll.

Dies ist kein Allheilmittel, welches man einfach aus dem Schrank holt und alles wird gut. Es ist ein passendes Mittel, wenn die Dinge 1 und 2 oben vorhanden sind.

Die Auflösung einer Ursache, weswegen man nicht ins eigene Innere schauen kann, bewirkt also, dass der Blick nach Innen frei wird. Um Arno Gruen zu bestätigen: Der Blick auf den Fremden in uns wird frei und wir haben die Chance uns selbst kennen zu lernen und dann auch zu spüren, was uns glücklich macht, OHNE anderen weh zu tun bzw. abgekoppelt von unserer Umwelt ein Ziel wie Geld oder Macht zu verfolgen.

Hat man nun das eigene Innere im Blick fällt auch der empathische Blick auf die Mitmenschen leichter. Statt kognitiv nach möglichst einfachen Mustern zu suchen und bei schnellem Erfolg das Muster auf den Menschen zu projizieren / stülpen (teils arbeitet unser Gehirn grob gesagt genau so), spürt man den Menschen, hört ihm richtig zu und kann dann auch wirklich helfen.

Es gibt jederzeit Menschen, die noch nicht genau wissen, was Sie brauchen, aber die spüren, dass etwas nicht stimmt und zwar gewaltig. Wenn wir Aufmerksamkeit für diesen unseren Zustand in der Gesellschaft schaffen und dann auch noch Wege daraus anbieten können, haben wir die Chance, unsere Gesellschaft so zu verändern, dass wir langfristig auf diesem Planeten in einem stabilen Gleichgewicht leben können.

Die finale Entscheidung zur Veränderung muss jeder Mensch selbst treffen, Druck erhöht die Chance, dass sich etwas ändert. Aktuell haben wir so viel Druck und Stress, daraus muss etwas Gutes entstehen, ansonsten geht der Teufelskreis der Externalisierung immer weiter, bis am Ende nichts mehr übrig bleibt.

Veränderung bedeutet manchmal auch Schmerz. Warum dies positiv sein kann, möchte ich im nächsten Beitrag beleuchten.