Warum wir Schmerzen haben

Die internationale Schmerz-Gesellschaft definiert Schmerz als „ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis“, daneben wird eine Verbindung zu einem möglichen oder aktuellen Gewebeschaden hergestellt.

Dieser Definition werden eine Vielzahl an Menschen sicherlich zustimmen, doch legt diese Definition damit den Fokus auf das Negative und bringt entsprechend viele Menschen zu der Frage „Was tue ich gegen den Schmerz?“ oder noch schlimmer „Welches Mittel nehme ich jetzt gegen den Schmerz?“.

Damit möchte ich Schmerzmittel keineswegs verteufeln, sondern in Frage stellen, ob man Schmerzmittel so häufig überhaupt braucht und ob man sich damit nicht der Ursache des Schmerzes via Pille entzieht und so ein wertvolles Signal des Körpers unterdrückt. Der Schmerz ist ja nicht grundlos da, sondern soll uns immer sagen: Du musst etwas tun, hier stimmt etwas ganz und gar nicht!

Das Spektrum reicht dann von „Du trinkst zu wenig, hol Dir ein Glas Wasser“ bis zu „Du lebst vollkommen von deinen Bedürfnissen getrennt und wirst auf ein frühes Grab bzw. eine andere Tragödie zusteuern.“

Eine gewisse Anzahl an Leuten scheint Schmerzen zu erleiden, wenn externe Reize ausbleiben, sprich das Handy wurde zu Hause vergessen / Akku ist leer, im TV kommt nichts, Kühlschrank leer und auch so niemand zur Ablenkung da. Andere bekommen nur Dinge erledigt, wenn externe Reize dazu antreiben und somit auch schon einen gefühlten Schmerz auslösen, den man möglichst schnell abstellen möchte.

Wie kommt das? Wo ist dieser Impuls tief aus dem eigenen Inneren, der sagt: „Hey die Sonne scheint, geh einfach raus und lauf ein paar Schritte und atme mal tief durch. Lass es Dir gut gehen, Du bist es wert!“.

Eine Geburt fürchten nicht wenige Frauen, da allgemein bekannt die Geburt mit Schmerzen verbunden ist. Einige terminieren bei Bekanntwerden der Schwangerschaft direkt die Kaiserschnitt OP und verlangen die besten Schmerzmittel, während andere Frauen problemlos 4 Kinder ohne jegliche Mittel auf die Welt bringen und den Schmerz eher nicht negativ auffassen, sondern als Signal: „Damit das hier gut klappt, musst Du deine Lage ändern“.

Und damit sind wir auch am Kern:

Wir vermeiden den Schmerz gern und manche Leute auch, indem Sie sich oder anderen Schmerzen zufügen. Viele Menschen flüchten sich mit Macht und Geld um ihrem inneren Schmerz zu entkommen und sich so eine Welt zu schaffen, in der sie den Schmerz nicht fühlen müssen.

Jemand, der anderen weh tut, ist also selbst ein Opfer, in welchem es furchtbar leer und dunkel aussieht. Eine Reflexion ist nahezu undenkbar und wird eh vermieden, da nur wenige Menschen dies regelmäßig und konsequent tun oder gar bei anderen Menschen auslösen.

Und wenn liegt der Fokus auf dem Negativen, sodass der Teufelskreis von vorne losgehen kann. Arno Gruen nennt dies eine wesentliche Voraussetzung für eine Veränderung, das Auseinandersetzen mit dem eigenen Schmerz. Er legte den Fokus auf Gesprächstherapie und kannte anscheinend Hypnose nicht oder hat die Macht und gleichzeitig den Komfort von Hypnose verkannt. Wer weiß, wie die Welt aussehen würde, hätte er damals schon Patienten zur Hypnose geschickt.

Jemand, der früh in seinem Leben so behütet wurde, dass er sich selbst seiner Geschwindigkeit nach der Welt zuwenden kann und sich so frei und ohne hohen Druck (besser: Disstress) entwickeln konnte, wird seine Empathie stets bei sich haben und mit Stress deutlich besser umgehen können, als der normale Mensch in der westlichen Gesellschaft.

Wer seine Kinder also zu Beginn stark behütet, von der lauten Welt zuerst abschirmt und dann die Kinder immer weiter entdecken und sich entwickeln lässt, wird starke, gesunde und einfühlsame / hilfsbereite Kinder haben.

Normal bei uns ist das Gegenteil. Babies liegen im Kinderwagen und werden über die stark befahrene Straße geschoben, während der Lastwagen daran vorbei donnert. Oder kleine Kinder sind anwesend, während Erwachsene sich bis aufs Blut streiten.

Welchen Schaden so etwas in einem Kind auslösen kann, kann sich jeder ausmalen, nur bemerken wir die Auswirkungen oft erst viel später. Geschrei ärgert uns häufig, statt den Impuls auszulösen, jemandem zu helfen und so beginnt der Teufelskreis schon früh und endet selten… doch das ändert sich.

Immer mehr Menschen bemerken, dass etwas nicht stimmt und begeben sich auf die Suche nach Antworten und Lösungen. In diesem Beitrag finden sich Ansätze und auch in diesem Blog werde ich noch einiges dazu schreiben.

Der einzige Weg vorwärts, ist der Weg zurück und statt außen zu suchen, muss erst bei sich selbst begonnen werden und immer mehr Menschen helfen dabei und das schon mit einfachen Mitteln, siehe Beitrag.